Sonntag, 30. November 2014

Wind, Wasser, Hundertwasser

Weitere Highlights unserer Rundreise im Norden der Nordinsel waren die Tölpelkolonie in Muriwai Beach an der Westküste und die Bay of Islands an der Ostküste.

Muriwai Beach liegt nur rund eine halbe Fahrtstunde von Auckland entfernt und ist ein typischer neuseeländischer Badeort im Sommer. Am Hang reiht sich eine "Bach" (Wochenend- bzw. Ferienhaus) neben die andere und es gibt einen Dairy (Milchladen/Kiosk oder in Köln "Büdchen"). Der Strand ist fast 60 km lang und hat dunklen Sand. Der Wind bläst kräftig, was darauf schließen lässt, dass hier im Winter der Hund begraben ist. Die Attraktion des kleinen Ortes ist eine riesige Tölpelkolonie, die sich an einer Klippe an einem Ende des Strandes angesiedelt hat.
Die Tölpel - dabei handelt es sich tatsächlich um Vögel und nicht um tolpatschige Menschen;-) nisten zu Hunderten auf den Felsplateaus und lassen sich von den TT (Tölpeltouristen) überhaupt nicht stören. Der starke Wind hilft den Küken, die im Dezember und Januar schlüpfen bei den ersten Flugübungen. Denn wer hier die Flügel ausbreitet wird vom Wind sofort emporgetragen. Uns ergeht es fast ebenso.

Russell
An der Ostküste erwartet uns dafür traumhaftes Wetter mit T-Shirt Temperaturen. Die Bay of Islands ist ein Muss für alle Neuseelandreisenden. 144 Inseln mit herrlichen Sandstränden in türkisblauem Wasser sind in dieser riesigen historischen Bucht anzutreffen. Die ersten Maori haben sich hier angesiedelt, Russell ist die erste permanente Siedlung der Europäer und in Waitangi wurde der entscheidende Vertrag zwischen Briten und Maoris unterzeichnet. Wer hierher kommt interessiert sich jedoch in erster Linie für die Bucht, und die ist nur vom Wasser oder aus der Luft zu erkunden. Also buchen wir in Pahia eine viereinhalbstündige Bootstour, die uns zu den Top Spots der Bay of Islands bringt.

Hole in the Rock
Das ist zunächst einmal das malerische Städtchen Russell mit seinen schmucken Holzhäuschen aus dem 18. Jahrhundert. Es liegt auf einer Halbinsel und ist auf dem Wasserweg in 10 min. zu erreichen. Wer den Weg über die Straße mit dem Auto zurücklegen will, benötigt fast zwei Stunden. Wir nehmen noch Passagiere auf, fahren aber direkt weiter und finden uns schon bald in einer Delfinschule wieder. Die Tiere haben Spaß daran, um die Boote zu schwimmen, drunter herzutauchen und vor unseren Augen Luftsprünge zu machen. Einige Jungtiere schwimmen Seite an Seite mit ihrer Mutter und üben gerade die ersten Sprünge aus dem Wasser. Von uns aus könnte die Fahrt hier enden um weiterhin dem Treiben der sympathischen - weil immer lächelnden Tiere - zuzuschauen.
Doch unser Kapitän und Guide weiß, dass er bei dem stolzen Preis von 75NZ$ (ca. 50 Euro) noch mehr bieten muss. So geht es zunächst weiter zum "Hole in the Rock", einer hoch emporragenden Insel mit einem riesigen Loch, durch das wir auch durchfahren und darin sogar drehen - was angesichts der Strömungen mutig ist.

Urupukapuka
Weiter geht's zur größten und einzigen Insel, die bewohnt werden darf: Urupukapuka Island. Hier gehen wir für eine Stunde von Bord, bewaffnet mit einem Pikkolöchen, einem Bier, einer Coke und zwei kleinen Tüten Chips um ein Picknick am Strand zu machen. Die anderen Bootstouristen erklimmen währenddessen die Hügel oder erkunden die kleine Bucht. Hier kann man auf einem Campingplatz auch übernachten und sich am nächsten Tag wieder abholen lassen. Allerdings sollte man sich vorher mit Nahrungsmitteln eindecken, denn eine Verpflegungsstation gibt es hier nicht. An einer anderen Bucht dieser Insel, an der wir nur vorbeifahren gibt es ein paar Traumhäuser und einen exklusiven Holidaypark vom Feinsten zu sehen.
Zurück geht es vorbei an ein paar weiteren Inselchen mit reichhaltiger Vogelwelt und wahren Kunststückchen treibenden Delfinen. Der Nachmittag auf See hat uns ganz schön angestrengt.

Hundertwasser Toilet
Ganz in der Nähe von Pahia liegt Kawakawa, ein unbedeutender Ort, bis Friedensreich Regentag Dunkelbunt Hundertwasser (österreichischer Künstler, Wahlheimat Neuseeland) die Idee hatte, hier eine öffentliche Toilette zu errichten. Und so stehen hier Busse und Touristenschlangen vor einem Klo, nicht etwa um eine Notdurft verrichten zu wollen, sondern ein Foto zu schießen. Wir taten beides:-)

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