Donnerstag, 4. Dezember 2014

Ring des Feuers

Im dritten und letzten Teil der Rundreise wurde es heiß und dampfig, und das nicht von oben sondern von unten. Rotorua, Waimangu Volcanic Valley und Tongariro National Park am Lake Taupo sind Orte, an denen die Erde heißes Wasser und heiße Asche ausspuckt. Diese Zone ist der neuseeländische Teil des pazifischen "Ring des Feuers", wo die pazifische Platte auf die indisch-australische Platte trifft. Ein Merkmal der zu dieser Region gehörenden Vulkane ist die relativ geringe Tiefe nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche. Der letzte Vulkanausbruch war 2012 als der Mount Tongariro Asche zwei Kilometer in die Höhe spuckte.

Polynesia Spa am Lake Rotorua
Wir besuchten zunächst die nach Schwefel riechende Stadt Rotorua, die für ihre kulturellen Maori Orte und Events, die alten Badehäuser in Governments Garden und das moderne Polynesia Spa bekannt ist. Das Wetter war schlecht und so besichtigten wir kurz das im alten Badehaus entstandene Rotorua Museum und genossen später ein Bad in den 38 bis 43 Grad heißen Tubs im Polynesia Spa direkt am Ufer des Rotorua Lakes.



Die meisten Touristen zieht es dann nach Wai-o-tapu Thermal Wonderland, da es dort u.a. einen mit Waschpulver animierten Geysir und einen Champagnerpool zu besichtigen gibt. Wir haben ein anderes Volcanic Valley am Mount Tarawera, der am 10. Juni 1886 durch mehrere Kraterausbrüche das Tal hat entstehen lassen, besucht und waren von seinem Erbe beeindruckt. Der Weg durch das Tal ist behutsam angelegt worden und an interessanten Stellen mit Nummern versehen. Unser deutschsprachiger schriftlicher Reiseführer lieferte zu den Nummern die entsprechenden Informationen. Weniger behutsam war meine Nachfrage, warum man für einen Wanderweg so viel Geld bezahlen müsse. Die etwas verdutzte nette Dame an der Kasse erklärte uns daraufhin den Mehrwert des Walkways und verkaufte uns dazu - ich war schnell vom touristischen Zugewinn überzeugt - auch gleich noch die abschließende Bootstour auf dem Lake Rotomahana.


Größte Heißwasserquelle
Wir traten also unseren Weg durch das hydrothermale Landschaftsschutzgebiet an und waren fasziniert von der Vielfältigkeit, die der Vulkanausbruch hinterlassen hat. In einem Krater ein Kaltsee, in einem anderen die größte Heißwasserquelle der Welt mit einer durchschnittlichen Tiefe von 6m, einem Wasservolumen von 20.000 Kubikmetern und einer durchschnittlichen Temperatur von 55°C. Es blubbert an den Rändern und das Wasser ist mit einem PH-Wert von 3,5 sehr sauer. Im Februar 1973 hat es ganz in der Nähe dieser Selle den letzten Ausbruch gegeben, als 15 Minuten lang Schlamm bis zu 100m weit geschleudert wurde.

Inferno Lake
Wir blieben von einem weiteren Ausbruch verschont und konnten unseren Weg entlang heißer Quellen und eines brodelnden mit tollen Farben versehenen Flusses fortsetzen. Ein weiteres Highlight war der Inferno Krater See mit seinem trübtürkisen Wasser, der sich - ohne Überlaufbecken -  innerhalb von 2 bis 3 Tagen auf bis zu 8m absenkt, um sich danach in 3 bis 4 Wochen wieder komplett zu füllen. Nach rund 3 Stunden kamen wir am Bootssteg an und bestiegen ein kleines Boot. Der Rotomohana See am Hauptkrater des Tarawera hat sich seit dem Ausbruch 1886 verdoppelt.
Früher gab es hier am Ufer silikonhaltige Sinterterrassen, die schon früh (1870) für Touristen in dieser Gegend sorgten. Lange, beschwerliche Anreisen nahmen die ersten Touristen auf sich, um sich im warmen Wasser der rosa und weißen Terrassen-Badewannen zu erholen, von denen (den Terrassen und den Touristen;-) leider nichts mehr zu sehen ist. Doch auch jetzt ist das Ufer interessant, weil es dampfende Klippen mit kleinen Geysiren und bunten Gesteinsformationen bereithält. Siedler, sprich Wohnhäuser, Hotels oder Campinggrounds gibt es hier nun keine mehr. Denn wer weiß, wann die Erde wieder spuckt und speit. Mit dem Bus ging es zurück zum Ausgangspunkt unserer Wanderung.

Huka Falls
Am nicht weit entfernten Lake Taupo beziehen wir noch einmal ein 5 Sterne Cottage in einem Holiday Park und genießen endlich einmal draußen ein Abendessen und am nächsten Morgen ein Frühstück. Pflichtprogramm hier sind die Huka Falls. Sie markieren den Punkt, an dem der Waikato River, mit 425 km der längste Fluss Neuseelands, durch eine enge Schlucht 9m in die Tiefe stürzt. Die Maori nennen den Fluß an dieser engen Stelle "Hukanui" (Großer Gischtkörper) und auch wir haben den Eindruck, dass die tanzende Gischt die wahre Attraktion dieses tosenden Kanals ist. Übrigens werden 25% des gesamten nationalen Strombedarfs am Waikato River erzeugt.

Nach einem kurzen Abstecher und Picknick am Ufer des Lake Taupo - ebenfalls ein Kratersee und zugleich der größte See des Landes - machen wir uns durch den Tongariro Nationalpark auf den Heimweg. Das Wetter zeigt sich von seiner schönsten Seite und so können wir mitten in der Lavawüste den Ausblick auf die drei Vulkane Tongariro (1.968m), Ngauruhoe (2.291m) und Ruapehu (2.797m) genießen. Alle drei sind noch aktiv und tatsächlich steigt zwischendurch auch stoßweise Rauch aus einem auf. Und so schließt sich mit dem Ring des Feuers auch unser Ring der 8-tägigen Rundreise mit Mum and Dad.
Tongariro Nationalpark

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen